Das Mindestverzehrfähigkeitsdatum für den Handel

Händler können mit Hilfe einer MVD-Zertifizierung Produkte weiter vermarkten, deren MHD bald endet oder bereits überschrittenen ist. Damit bewahren sie Werte und vermeiden gleichzeitig Lebensmittelverschwendung – wichtige Schritte hin zu einer nachhaltigeren Lebensmittelwirtschaft.

Das Mindestverzehrfähigkeitsdatum (MVD) definiert einen Zeitpunkt, bis zu dem das Produkt mindestens noch sicher verzehrfähig ist. Im Unterschied zum MHD können Nebenaspekte des Produktes leicht verändert sein (z.B. Farbgebung durch Lichteinwirkung, unerhebliche Veränderung des Geschmacksprofils, Änderung in Konsistenz oder Viskosität). Genau wie beim MHD befinden sich die sensorischen Eigenschaften innerhalb einer markt- und produktüblichen Bandbreite.

Kennzeichnung der Artikel

Auf dem Artikel und dem Karton kann ein Hinweis auf das MVD aufgebracht werden. Bei Verweis auf das Institut für Lebensmittelwertschätzung muss zwingend ebenfalls die Trackingnummer sowie die Adresse der Trackingseite trackfoods.org angegeben werden. Ein Beispiel eines Tracking-Resultats: trackfood.org/id/9212213260

Beispiele für Tracking-Codes für Einzelartikel (links, hier im Beispiel rund) und Kartons (Mitte), sowie Resultat einer Tracking-Abfrage mittels QR-Code:

  

Zertifizierungsablauf – Variante Service-Zertifizierung

Der Händler sendet alle verfügbaren Informationen sowie mindestens zwei Verpackungseinheiten bzw. zwölf Einzelprodukte an das Institut. Das Institut erstellt auf dieser Basis eine Produktbewertung und vergibt ein MVD. Erforderliche Untersuchungen wie Mikrobiologie/Sensorik am Anfang und Ende des MVDs, sonstige Überwachungen und soweit erforderlich die Beschaffung von Referenzmustern für die Sensorik erfolgen durch das Institut.

Zertifizierungsablauf – Variante Überwachte Eigenzertifizierung

Für Händler, die langfristig mit dem Institut zusammenarbeiten, gibt es die Möglichkeit, bestimmte Teile der Zertifzierung eigenständig zu organisieren. Dazu erstellt der Händler mit Hilfe von Unterlagen und Fragebögen des Instituts sowie von ihm gewonnen Informationen eigenständig eine Produktbewertung zur MVD-Vergabe inklusive Risikobetrachtung. Er organisiert Mikrobiologie- und Sensorikuntersuchungen akkreditierter Institute und dokumentiert die Ergebnisse. Die Vergabe von MVD-Zertifikaten erfolgt auf dieser Grundlage in Zusammenarbeit mit dem Institut.

Folgen der MVD-Zertifizierung

Das Institut vergibt eine Zertifikatsnummer pro Artikel und Charge sowie eine oder mehrere Tracking-IDs, die mit den Einzel- und Karton-GTINs und der Charge verbunden sind. Es stellt außerdem ein PDF-Zertifikat, eine Tracking-Nummer für die Datenbank trackfood.org, einen QR-Code zur eventuellen Aufbringung auf das Produkt sowie Datenvorlagen zum Druck von Einzel- und Karton-Aufkleber mit dem MVD und dem Siegel des Instituts zur Verfügung. Auf Wunsch können auch fertige gedruckte Prüfsiegel geliefert werden.