Das Konzept Mindestverzehrfähigkeitsdatum

Die Lebensmittelwirtschaft ist ständigen Veränderungen unterworfen. Kunden wechseln Präferenzen, Hersteller entwickeln Neuheiten oder passen Produkte oder Prozesse an. Die Ursachen reichen von wirtschaftlichen Überlegungen bis hin zu sozialen oder eigennützlichen, z.B. gesundheitlichen Beweggründen. Es entstehen Trends und Megatrends, wie in den letzten Jahren die zu einer vegetarischen/pflanzlichen Ernährung, Bio-Artikeln und Fair Trade.

Ressourcen schonen – durch Fine Tuning mit teils hohem Aufwand?

Viele dieser Vorgänge haben als Ziel oder Nebeneffekt eine Reduzierung des ökonomischen, ökologischen oder sozialen Herstellungsaufwandes. Prozesspptimierungen können zu reduziertem Rohstoff- oder Energieaufwand führen. Bioprodukte reduzieren den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden/Herbiziden auf Basis fossiler Rohstoffe. Pflanzliche Produkte vermindern den Bedarf an Tierfutter und Energie und vermeidet Emissionen. Viele Entwicklungen benötigen nur geringen Aufwand, andere führen jedoch zu exponentiell steigenden Kosten, je weiter die Optimierung voranschreitet.

Große Wirkung bei minimalem Aufwand: Lebensmittelverschwendung reduzieren

In den letzten Jahren ist eine Idee im Mainstream der politischen Diskussion angekommen, die riesige Optimierungs- bzw. Einsparpotentiale bei oft minimalem Aufwand verspricht: Eine Beschäftigung mit dem Thema Lebensmittelverschwendung.

Je nach Produktgruppe gehen Schätzungen zufolge in Europa zwischen 10 und 70 Prozent der ursprünglich hergestellten Nahrungsmittel auf dem Weg bis zum tatsächlichen Verzehr verloren. Teils ist dies schwer vermeidbar, z.B. bei frischen Früchten und Gemüsen. Bei vielen anderen, vor allem verarbeiteten oder getrockneten Produkten, werden Verluste jedoch ausschließlich durch ein nahendes oder überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum angestoßen. Dass dies nicht sinnvoll ist, versucht inzwischen sogar die Bundesregierung in der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ zu vermitteln.

Vertrauen durch wissenschaftliche Absicherung

Bereits im Jahr 2017 hat das Institut für Lebensmittelwertschätzung ein Konzept entwickelt, wie die eher diffusen Aufrufe zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung in ein tragfähiges, seriöses und wissenschaftlich fundiertes System verwandelt werden können: Die Vergabe eines unabhängig überwachten Mindestverzehrfähigkeitsdatums (MVD), das in Ergänzung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf Produkte aufgebracht werden kann. Es garantiert, dass Produkte auch dann noch absolut sicher genießbar sind, auch wenn das MHD bereits abgelaufen ist.

Lesen Sie mehr zum Mindestverzehrfähigkeitsdatum  oder seinen Einsatz bei Herstellern oder im Handel.